Donnerstag, 28. März 2024

Broken Hill (Transit)

Hallo Freunde,
da der letzte Eintrag schon drei Tage her ist, hier eine kurze Zusammenfassung. 
Bei Barkly Homestead ging es nicht weiter. Vor 4 Tagen bin ich dort umgekehrt. Der Weg von dort bis zum Uluru wären eigentlich nur 1.100 km gewesen (3 Tage). Der Rückweg und die Anfahrt von Süden sind etwa 4.400 km. Für diese Strecke rechne ich mit 9 Tagen. So muß ich fast 500 km täglich fahren. Dazu kommen kurze Nächte im Zelt und alles was dazu gehört.
Meine erste Etappe brachte mich nach Mount Isa. Am nächten Tag ging es bis Longreach. Allerdings hat es ab 50 km vor dem Ziel sehr stark geregnet. Nachts wurden dort Straßen gesperrt und eine Weiterfahrt wäre nicht möglich gewesen. Ich hatte schon etwas Panik, gar nicht mehr aus der Region wegzukommen. Zum Glück war die Straße mit Sonnenaufgang wieder frei. Als nächstes bin ich in Charleville gelandet. Ich bin den ganzen Tag in Regenklamotten gefahren, da es immer wieder geregnet hat. Zwar war der Regen warm, aber nasse Klamotten trocknen bei der Luftfeuchtigkeit einfach nicht. Am nächsten Tag ging es weiter nach Bourke. Da ich nun Queensland verlasse, wurde das Wetter schlagartig besser. Die Tropen liegen nun hinter mir. Jetzt kommt wieder Sonne und Hitze ☀️😅
Von Bourke ging es heute 620 km nach Broken Hill. Bekannt ist die Gegend aus dem Film "MAD MAX 2", der hier gedreht wurde. Leider kann ich mir den Drehort nicht anschauen, da mir die Zeit fehlt. Aber vielleicht klappt es auf dem Rückweg. Daher ist Broken Hill für mich erstmal nur Transit. Nun muss man sich die Straße nicht wie eine deutsche Autobahn vorstellen, sondern sie gleicht eher einer Landstraße. 110 km/h sind maximal erlaubt, freiwillige bin ich eher nur 90 km/h gefahren. Nach 10 Stunden habe ich Broken Hill erreicht. Leider standen sehr oft Ziegen rechts und links neben der Straße. Das hat das Fahren sehr riskant gemacht. Man weiß nie, wo die Tiere hinspringen, wenn sie vor dem Motorrad flüchten. Wildunfälle kommen super häufig vor. Auf dem letzten Streckenabschnitt von ca 80 km zählte ich mehr als 20 tote Kängurus, die entweder auf der Straße oder neben der Straße lagen. Wenn man das so hochrechnet, dann bin ich heute wohl an 150 tote Kängurus vorbei gefahren. Dazu kamen 5-10 tote Ziegen und ein Emu lag auch mitten auf der Straße. Man muss also hochkonzentriert fahren. Teilweise sieht man die Ziegen schlecht, wenn sie im Schatten der Bäume stehen. Während Kängurus oft nur bei Dämmerung über die Straße hüpfen, sind die Ziegen auch mitten am Tage sehr aktiv. Das macht es so unberechenbar. 
Die Landschaft ist sehr eintönig. Kaum Berge, offenes Gelände. Ab und zu mal eine Art von Wald, viel Gras. Außer den Ziegen sieht man hier Küche und jede Menge (Greif-)Vögel. In einer Region habe ich viele Emus gesehen. Die sind aber sehr scheu und man bekommt sie gar nicht vor die Linse.
Ganz selten trifft man auf Motorradfahrer. Manchmal ist ein Roadhouse auch einfach "sorry, closed" (Feiertage, wie Ostern /Karfreitag sind besonders kritisch). Dann könnte es auch schon mal eng mit dem Sprit werden. Die nächste Tankstelle kann auch schon mal 260 km entfernt sein. Daher habe ich einen der drei Tankbeutel befüllt. Im Beutel passen 8 Liter Benzin, 7 Liter habe ich eingefüllt. Ich will es mal testen, ob der Transport über mehrere Tage funktioniert. 7 Liter sind ca 160 km Reichweite. Besser wie nix. 3 Beutel habe ich, aber wenn ich alle befülle, kriege ich ein Problem mit dem Gepäck. Ist also eher ein logistisches Problem. Aber eigentlich sollte es genügend Tankstellen geben, man darf nur eben keine auslassen und darauf vertrauen, dass die nächste Tankstelle geöffnet ist.
Für heute habe ich mir mal ein Motel gebucht. Ich finde es klasse. Mal kein Zelt aufbauen müssen. Für morgen habe ich mir gleich noch ein Hotel gebucht. Bei Preisen unter 60€ werde ich schwach. Zumal die tägliche Fahrerei auch an den Kräften zerrt. Heute habe ich an einer Shell Tankstelle auch mal den Luftdruck vorne und hinten korrigiert. Das war wohl bitter nötig. Allerdings war die Anzeige nur in PSI und nicht in Bar. So musste ich mir noch eine Umrechnungstabelle runterladen. Apropos... Internet ist im Outback echt schwierig. Die letzten Tage hatte ich unterwegs keinen Service. Selbst in kleinen Ortschaften war kein Empfang. Obwohl ich bei Aldi im Netz von Telstra unterwegs bin. Telstra ist quasi die australische Telekom. 
Morgen geht's nach Port Augusta. Etwa 420 km von hier. Fahrzeit mit Pausen etwa 7 Stunden. 

So genug für heute. 

Viele Grüße, 
Mario

Zum Glück nun doch geöffnet. 
Keine weiteren Sperrungen in Sicht 👍🏻
Dahinten soll es einen "Beach" geben. Na ich weiß ja nicht. 
Die wohl traurigste Zapfsäule meiner Reise... 
Schätze, da geht nix mehr. 
Sorry, closed... 
Anderes Roadhouse... Geöffnet 👍🏻
Biker, die von einer Rallye gekommen sind, die speziell für ü 50 organisiert wurde. 
Größenvergleich, Honda vs Road Train.. 

Montag, 25. März 2024

Täglich grüßt das Känguru 🦘

Hallo Freunde,
heute gibt's nicht viel zu berichten. Ich bin nach Longreach gefahren. Hier war ich bereits vor 3 Tagen nur bei wesentlich besserem Wetter. 50 km vor dem Ziel fing es an echt heftig zu regnen. Trotzdem probiere ich es mit dem Zelten. Ich wusste ja vom letzten Mal, dass es hier ein großes Dach gibt, wo man sich drunter stellen kann. Das habe ich dann auch getan. Dummerweise habe ich den Fehler gemacht und bin über die Wiese gefahren. Bin prompt stecken geblieben und dann ist mir das Motorrad noch umgefallen. Ich bin etwas geschwitzt, nachdem ich alles wieder aufgerichtet habe. Nun steht das Motorrad bei dem Sanitär Gebäude. Dort hat es einen betonierten Grund. Meine Sachen liegen alle auf dem Tisch unter dem Dach und können trocknen. Werden sich ja hoffentlich keine weiteren Camper dazu gesellen. Im Restaurant bin ich jedenfalls der einzige Gast.

Aber trotzdem bin ich guter Laune. Morgen vielleicht noch mal Regen und dann sollte ich langsam in eine bessere Gegend kommen. 

Viele Grüße,
Mario

Hier war ich vor 3 Tagen auch schon mal. 
Okay, meine Route ist offen. 
Aber ganz ohne "Flooding" geht's dann doch nicht. 
Besuch auf dem Campingplatz. 
Mein Campingplatz.

Sonntag, 24. März 2024

Water Over Road - Umkehr

Hallo Freunde, 
Letzte Nacht hat es leicht geregnet. Also von Entspannung keine Spur. An eine Weiterfahrt ist nicht zu denken. Trucker erzählten mir, dass die Straße bis zu einem halben Meter überflutet ist. Es wird Tage dauern, bis die Straße trocken ist. Daher habe ich den Entschluss gefasst, umzukehren. Vielleicht schaffe ich es, den Uluru von Süden aus zu erreichen. Strecke ist ca 4.000 km und geplant habe ich 9 Tage. Der "Umweg" beträgt 3.000 km, das ist etwa die Entfernung von Deutschland zum Nordkap.

Auf dem Weg zurück habe ich an mehreren Stellen "Water over Road" gehabt. 2x habe ich es fotografiert. Gestern war hier noch kein Wasser und über Nacht haben sich Seen und Flüsse neben der Straße gebildet. Wenn ich länger in Barkly geblieben wäre, wer weiß ob es dann noch möglich gewesen wäre, umzukehren.

Viele Grüße, 
Mario 

Mein Plan "B". Wiedereinmal läuft es anders als geplant. Aber bisher hat sich den Plan "B" für ganz okay erwiesen. Warum nicht auch diesmal. 
Aber erstmal Frühstück. Big Barkly Breakfast und Kaffee! 
Die Pfützen sind auch nicht weniger geworden. 
Noch ein Road Train. 
Zapfsäule. Dahinter das Roadhouse. Sehr gepflegt. Top ausgestattet. Dennoch kein Ort, an dem ich tagelang ausharren möchte. Mehr gibt es nicht hier, außer einem Pool. Man kann nicht tagelang Bier trinken und mit Truckern reden. 
Meine Wiese sah zum Glück besser aus. 
Eine Stelle mit Wasser auf der Straße. 
Letzte Stelle mit "Water Over Road". Hier sah es schon brenzlig aus. Ich bin rechte Spur gefahren. Trotzdem spitze das Wasser bis zum Sitz. Erstaunlich, dass das Wasser zum Inland und nicht Küste fließt. Das Land kann kein Wasser mehr aufnehmen. Zyklon Megan hat vor einer Woche alles geflutet. 

Samstag, 23. März 2024

Barkly Homestead

Hallo Freunde,
Gestern habe ich erfahren, daß es problematisch sein könnte, nach Alice Springs zu kommen. Vor 5 Tagen hat hier ein Zyklon alles unter Wasser gesetzt. Die Straßen sind teilweise immer noch überflutet. Ich bin daher heute zwei Etappen an einem Tag gefahren (750 km), um vor Ort die nötigen Informationen zu bekommen. Ich habe jemanden getroffen, der gestern oder heute die Strecke mit einem SUV gefahren ist. Er hat mir ein Video gezeigt. Das Wasser ging teilweise bis zum oberen Ende der Motorhaube. Er ist 2 Stunden lang durch Wasser gefahren. Tja, scheint so, als ob ich hier gestrandet bin. Heute geht's jeden Fall nicht mehr weiter. Nach 10 Stunden Motorrad fahren, ist es dann auch mal gut. Zum Glück ist der Campingplatz hier sehr gut. Ich habe eine Wiese, die Sanitäreinrichtung ist vorbildlich. Ein Restaurant gibt es hier auch und Benzin kann man auch hier kaufen. Ob der Fleck hier mehr bietet, schaue ich mir morgen an.

Viele Grüße, 
Mario 

Road Train mit 4 Anhänger (7x3 Achsen). 
Tja, das hier ist das Problem. Dieser Abschnitt von ca. 190 km steht stellenweise hüfthoch unter Wasser. Dazu kommen noch große Löcher in der Straße, die man natürlich nicht sieht. Keine Chance da mit dem Motorrad durch zu fahren. Ich muss warten, bis das Wasser abgeflossen ist, welches der Zyklon vor 5 Tagen hier abgeladen hat. 

Freitag, 22. März 2024

Quantas Museum und Dinosaurier Museum

Hallo Freunde,
heute fasse ich mich mal kurz. 
Heute morgen habe ich das Quantas Museum besucht. Für eine Tour war keine Zeit. So habe ich mir nur die Ausstellung angesehen. Interessant fand ich den Flugsimultor.
Auf dem Weg zum nächsten Campingplatz habe ich bei einem Dinosaurier Ausstellung vorbei geschaut. Auch sehr interessant. Hier hatte ich Glück und konnte gleich bei einer Tour mitgehen. 

LG, Mario 

Donnerstag, 21. März 2024

Miners Heritage Walk In Mine Tour

Hallo Freunde,
heute stand ein sehr langer Fahrtag an. Dennoch wollte ich die Gelegenheit nutzen, bei einer Mine vorbei zu schauen, wo man früher Saphire gefördert hat. Da um 9.15 Uhr noch keine weiteren Besucher anwesend waren, musste ich warten und habe in der Zwischenzeit selbst nach Saphire gesucht. Dazu habe ich einen Beutel mit Erde gekauft und mir wurde gezeigt, mit welcher Technik man vorgehen muss. Der Sand wird gewaschen und dann auf einem Tisch ausgebreitet. Saphire glitzern in der Sonne. So ist es mir gelungen, ein paar winzige Edelsteine zu finden. Mir hat's Spaß gemacht und der Erfolg war sichtbar. Anschließend konnte ich an einer Tour um 10.15 Uhr teilnehmen. Leider durfte man in der Grube keine Fotos machen. Naja, das wäre kein Job für mich. Die Leute haben sich schon sehr gequält, um diese Steine zu finden. Man spricht dann auch von Saphir-Fieber. 
Nach der Mienen Besichtigung musste ich mich sputen. Vor mir lagen noch 390 km Asphalt, bei 35°C 🔥 kommt Freunde auf. Mir nur kurzen Pausen habe ich es geschafft, bis 16.00 Uhr am Campingplatz in Longreach zu sein. Die Gegend ist schon sehr einsam und verlassen. Auf dem Highway sind mir einige der (berüchtigten) "Road Traums" begegnet. Das sind LKWs mit 3 Anhängern. Mit über 53 Meter sind es echte Monster.
Mit dem Campingplatz hier habe ich Glück. Normalerweise gibt es hier nur Sand und Geröll. Aber für Leute mit Zelten haben sie eine kleine Wiese bewässert. Perfekt wie ich finde und mit 15$ echt okay. 
Nun gönne ich mir im naheliegende Restaurant mal ein Bierchen und ein ordentliches Steak. 

Wünsche Euch allen einen schönen Abend. 

Ciao, Mario 

Der Strand wird auf ein Sieb gegeben und in diesen großen Boddichen gewaschen. Anschließend wird es auf dem Tisch entleert und dann schaut man, wo es funkelt. Ist natürlich mitten in der Sonne bei 35°C eine schwitzige Angelegenheit. 
Die kleinen Fledermäuse hingen an der Decke in der Höhle. 
Die Truppe von Rentner von letzter Nacht habe ich hier wieder getroffen. Sie sind mit Trikes unterwegs. 
Zelt steht... 
Jetzt ein schönes kaltes Bier 🍺 
Essen gab es später. Steak natürlich. Diesmal von einem Profi zubereitet. Ist natürlich leckerer, als wenn ich es mache. 



Goodbye Melbourne

Hallo Freunde, jeder Urlaub neigt sich mal dem Ende zu. Vor 3 Tagen, am Dienstag, sind wir von Geelong nach Melbourne gefahren und haben das...